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Beethoven? Beethoven! 1/10

Hand hoch wer bei „Beethoven“ nicht an „die Fünfte“, „die Neunte“ oder ggf. noch an „die Dritte“ denkt. Fürwahr: Die Beethoven-Sinfonien, namentlich die genannten, sind „großes Kino“, (Wiener) Klassik at its best. Ich werde in einer auf voraussichtlich zehn Teile angelegten Serie einige, dem mäßig klassik-interessierten Publikum weniger bekannte Stücke aus Kammer- und Orchesterwerken des großen Ludwig van Beethoven vorstellen. Beginnen will ich mit einem von vielen Lieblingsstücken meinerseits, der Sonate A-Dur für Violoncello und Klavier op. 69. Es sei empfohlen auch die beiden anderen Sätze noch zu hören. In allen Fällen: Der unvergessene Leonard Rose auf seinem Amati-Cello von 1632 und der gleichfalls unvergessene kanadische Pianist Glenn Gould.

Zu den Protagonisten: Leonard Rose (*27.07.1918 +16.11.1984), im Kreis der großen Cellisten (z. B. Casals, Starker, Rostropowitsch, Piatigorski, Maisky) auf einem der vorderen Plätze! Unvergesslich auch das Klaviertrio Istomin-Stern-Rose würdiger Nachfolger des „The One Million Dollar Trio“ Rubinstein-Heifetz-Piatigorski und wohl gleichwertig dem Beaux Arts Trio Pressler-Cohen-Greenhouse. Leonard Rose war ein sich häufig etwas unsicher fühlender und dem eigenen Können ewig skeptisch und unzufrieden gegenüberstehender Mensch. Bezeichnend die Anekdote mit dem Geiger Fritz Kreisler: Nachdem der Dirigent Rodzinski Leonard Rose vom NBC-Orchestra unter Toscanini (!) zum Cleveland-Orchestra geholt hatte war sich Rodzinski seiner Wahl, nämlich der, einen 21-jährigen als ersten Cellisten zu setzen, nicht mehr ganz sicher und dachte auch an andere Cellisten für das erste Pult. Es ergab sich, dass das Cleveland-Orchestra mit Fritz Kreisler zwei Solokonzerte aufführte darunter Kreislers eigenes Arrangement eines Paganini Konzerts. Dieses enthielt auch ein achttaktiges Solo für Cello … und genauso, wie man erhoffen könnte, kam es bei einer der ersten Proben: Nach Rose’s Solo klopfte Kreisler das Orchester ab – Rodzinski muss vor Schreck fast vom Podest gefallen sein – und rief zu Rose gewandt: „Bravo, bravo! Beautiful!“, ging zu Rose – dem die Tränen in den Augen standen – und schüttelte ihm die Hand. Da war sich jetzt auch Rodzinski sicher, den Richtigen am ersten Pult der Cellos sitzen zu haben!

Was sollte man zu Leonard Rose noch sagen? Außer dem bereits gesagten nur noch: Lehrer an der renommierten Juilliard-School und u. a. von Yo-Yo Ma (*7.10.1955). Neben anderen ist Yo-Yo Ma sein bekanntester und herausragendster Schüler – heute sicher der führende Solo-Cellist. Yo-Yo Ma trat bereits als 8-jähriger mit „Lenny“ Bernstein auf. Er spielt eines der wenigen erhaltenen Stradivari-Cellos, das Instrument von 1712 das vor ihm Jacqueline du Pré gespielt hat.

Zu Glenn Gould (*25.09.1932 +4.10.1982): Über den kanadischen Pianisten kann man zu einem späteren Zeitpunkt noch einiges sagen. Jetzt soviel nur: Durchaus umstritten weil polarisierend mit seinem Klavierspiel: Entweder Ablehnung oder Zustimmung, dazwischen gab es nichts. Nun, für mich gilt letzteres. Schon wenn ich ihn, wie es seine Art war so auch hier, die Musik mit ganzem Herzen und Sinnen miterleben und miterbeben sehe, auf seinem kurzbeinigen „Stühlchen“ fast schon „unter“ der Tastatur des Flügels kauernd! Ich bekenne: Ich bin ein Gould-Fan!

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